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Das Projekt AGQua verabschiedet sich…

Im April 2016 ist das von der Stadt Hamburg und dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderte Projekt Aktive und Gesunde Quartiere (Uhlenhorst und Rübenkamp) (AGQua) auf den Weg gebracht worden. Ziel von AGQua war es, die Entwicklung in den Quartieren Rübenkamp und Uhlenhorst so zu gestalten, dass die Menschen im Alter länger selbstständig in der eigenen Wohnung in ihrem vertrauten Quartier leben können. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden im Rahmen des Projekts verschiedene Bausteine entwickelt und in den am Projekt beteiligten Quartieren erprobt und evaluiert.

Gezielte Beratungs- und Informationsangebote sollten die Prävention und Gesundheitskompetenz der Quartiersbewohnerinnen und -bewohner unterstützen und den Menschen im Quartier ein Gefühl von Sicherheit vermitteln. Um dies zu erreichen, wurde in den Quartieren Uhlenhorst vom Projektpartner PFLEGEN & WOHNEN HAMBURG und im Quartier Rübenkamp vom Projektpartner Allgemeine Deutsche Schiffzimmerer-Genossenschaft eG jeweils ein Quartiersbüro eingerichtet. Hier standen eine Quartiersmanagerin bzw. ein Quartiersmanager als „Kümmerer“ den Bewohnerinnen und Bewohnern mit Rat und Tat zur Seite. Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg hat in den Quartiersbüros eine frei zugängliche Gesundheitsberatung durch eine Gesundheitswissenschaftlerin für die Bewohnerinnen und Bewohner angeboten und gemeinsam mit dem Quartiersmanagement sowie lokalen Gesundheitsdienstleistenden gesundheitsbezogene Aktivitäten im Quartier initiiert. Darüber hinaus organisierten die Gesundheitsberaterin und die Quartiersmanagerin bzw. der Quartiersmanager Aktivitäten, die ein niedrigschwelliges Knüpfen von sozialen Kontakten innerhalb der Nachbarschaft erleichterten, wie z.B. den monatlichen Frühstücks-Klönschnack oder einen gemeinsamen Stadtteilspaziergang. Sowohl die Beratungsangebote als auch die gesundheitsfördernden Angebote wurden von der Bewohnerschaft gut angenommen.

Die Universität Hamburg übernahm im AGQua Projekt die Aufgabe, den Aufbau eines nachbarschaftlichen Netzwerkes, das die Kontakte und Aktivitäten zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern fördern und den Zugang zu Unterstützung und Hilfe im Alltag erleichtern sollte, auch mithilfe digitaler Technik umzusetzen. Dazu entwickelte sie die digitale Plattform www.meinenachbarn.hamburg. Diese Plattform ermöglicht es den Quartiersbewohnerinnen und -bewohnern, schnell und unkompliziert mit den Nachbarn Kontakt aufzunehmen und kleine Hilfsleistungen nachzufragen bzw. anzubieten oder sich zu gemeinschaftlichen Aktivitäten zu verabreden. Um den Bewohnerinnen und Bewohnern den Umgang mit digitalen Medien näher zu bringen, habe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Hamburg sog. Smartphone-Schulungen in den Quartieren angeboten, die sich großer Beliebtheit erfreuten.

Digitale Technik wurde auch genutzt, um die Bewohnerinnen und Bewohner mit Informationen über Aktivitäten und Angebote im Quartier zu versorgen. Dazu hat der Projektpartner Q-Data Service GmbH digitale Schwarze Bretter im Außen- sowie im Innenbereich (Hausflure) der Quartiere installiert.

Schließlich wurden im Quartier Rübenkamp im Rahmen einer Erneuerung einer Wohnanlage der Allgemeinen Deutschen Schiffzimmerer-Genossenschaft eG vom Projektpartner Q-Data Service zwölf Wohnungen mit technische Assistenzsystemen, die das Leben im Alter erleichtern, ausgestattet. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Wohnungen empfinden die Unterstützung durch z.B. zentrale Lichtsteuerungen oder Tür- und Fensterkontakte, die beim Verlassen der Wohnung auf noch geöffnete Fenster hinweisen, als sehr hilfreich.

Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg hat im Projekt die pflegewissenschaftliche Evaluation übernommen. Die Evaluation bezog sich auf die bedarfsgerechte Nutzung der nachbarschaftlichen Aktivitäten in Verbindung mit Gesundheitsberatung und Präventionsangeboten. Es wurde erhoben, welche Wirkung das Angebot auf die gesundheitsbezogenen Kriterien der Bewohner und Bewohnerinnen hat. Durch die Triangulation von quantitativen und qualitativen Methoden wurden die Wahrnehmung der Nutzer mit objektiven Gesundheitsdaten gekreuzt.

Es wurde der Nutzen der nachbarschaftlichen Aktivitäten in Verbindung mit Gesundheitsberatung und Präventionsangeboten gezeigt. Es wurde weiterhin festgestellt, dass die Maßnahmen zu einer Verbesserung der Gesundheit und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität führten und dass die gesundheitliche Kompetenz und die Souveränität der Bewohnerinnen und Bewohner erhöht werden konnte.

Das letzte Projektjahr wurde stark von der Corona-Pandemie beeinflusst. Viele Aktivitäten, die ein physisches Zusammentreffen der Bewohnerinnen und Bewohner erforderten, konnten leider nur eingeschränkt oder gar nicht mehr stattfinden. Die beteiligten Projektpartnerinnen und Projektpartner haben daher auf anderen Wegen (telefonisch, per E-Mail, über die Plattform Meine Nachbarn) den Kontakt mit der Bewohnerschaft gepflegt.

Wie die Bewohnerinnen und Bewohner die verschiedenen Bausteine des Projekts angenommen und beurteilt haben, wurde durch die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg im Rahmen mehrerer Befragungen untersucht. Die abschließenden Auswertungen hierzu werden Mitte des Jahres 2021 vorliegen und auf einer Abschlussveranstaltung, die die Gesundheitswirtschaft Hamburg GmbH als Koordinatorin des Projekts organisiert, der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Zwischenergebnisse weisen aber schon jetzt darauf hin, dass die Verknüpfung von sozialen (Quartiersmanagement, Nachbarschaftsnetzwerk) und technischen (digitale Plattform, digitale Schwarze Bretter, technische Assistenzsysteme) Bausteinen auf große Zustimmung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern trifft. Ihnen ist wichtig, dass beide Komponenten berücksichtigt werden, denn technische oder digitale Systeme allein können nach ihrer Einschätzung den persönlichen Kontakt nicht ersetzen.

Schon jetzt haben die Projektpartner in den Quartieren signalisiert, einige der aus dem Projekt entwickelten Maßnahmen auch über das Projektende hinaus weiterzuführen. Dazu gehören insbesondere die Weiterführung der Aktivitäten des Quartiersmanagements und die Nachbarschaftsplattform, die weiterhin aktiv ist und auf der sich interessierte Bewohnerinnen und Bewohner der Quartiere registrieren können. Hier ist darüber hinaus auch an eine Verbreitung in weitere Hamburger Quartiere in Verbindung mit Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung gedacht. Eine entsprechende Projektskizze liegt vor.

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